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Ab Klasse 9: Kalle Kosmonaut

Zehn seiner 20 Lebensjahre wird Kalle mit Unterbrechungen von der Kamera begleitet. Ein „Kosmonaut“ ist er, weil er in einer Plattenbausiedlung nahe der „Allee der Kosmonauten“ in Berlin Hellersdorf lebt. Seine zunächst alleinerziehende, später neu verheiratete Mutter scheint alles zu versuchen, um das zu vermeiden, was irgendwann doch geschieht: Kalle gerät ‚auf die schiefe Bahn‘. Als Kind und als junger Teenager ist er noch unauffällig, will er ausdrücklich kein „Ghettokind“ werden, das „nur Scheiße baut“. Doch dann beeinflussen ihn Drogen – und falsche Freunde –, er wird gewalttätig und muss wegen Körperverletzung über zwei Jahre ins Gefängnis. Man glaubt ihm, dass er danach vieles versucht, um ein besseres Leben zu führen. Doch wenn er dann verbal mit dem Vater abrechnet, der ihm immer gefehlt hat, wird deutlich, welch eine schwere Bürde auf ihm lastet. Seine Mutter scheint alles zu versuchen, um das zu vermeiden, was irgendwann doch geschieht: Kalle gerät "auf die schiefe Bahn". Wenn man Kalle als umgängliches Kind miterlebt, glaubt man nicht, dass diese Entwicklung zwangsläufig war. Der Film kann und will sie aber auch nicht erklären, stellt den Zuschauer*innen vielmehr die Aufgabe, jenseits pauschaler Urteile zu differenzieren.

Herkunftsland/Ort: 
Deutschland
Erscheinungsjahr: 
2022
Laufzeit: 
99min
FSK: 
Altersempfehlung: