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Wahlfilm 1: Persepolis

Die achtjährige Marjane erlebt 1979 die Folgen der Iranischen Revolution am eigenen Leib. Der Schah wird vertrieben, aber es kommt nicht wie erhofft zur Gründung einer Republik. Stattdessen ergreifen die Mullahs die Macht im Iran. Marjanes Familie, die eben noch auf der Seite der Revolutionäre stand, wird von den neuen Machthabern gnadenlos unterdrückt. Die Islamisierung des Staates schreitet unaufhaltsam voran. Wer sich dem widersetzt, landet im Gefängnis. Vor allem Frauen leiden unter der Revolution, sie dürfen nicht mehr ohne Kopftuch aus dem Haus. Als Jugendliche rebelliert Marjane auf ihre eigene Weise, mit Rockmusik und frechen Sprüchen. Um sie vor Schlimmeren zu bewahren wird Marjane von ihrer Mutter nach Wien geschickt, wo sie in einem katholischen Internat landet. Schon bald taucht sie in die dortige Subkultur ein. Aber ihre iranische Heimat lässt sie nie los. Für Marjanne steht fest, dass sie eines Tages zurückkehrt...

„Persepolis“ ist die Zeichentrick-Adaption der gleichnamigen Comicreihe von Marjane Satrapi. Die in Paris lebende Iranerin hat darin ihre Jugenderinnerungen verarbeitet und eine humorvolle Pflichtlektüre geschaffen, die Zeitgeschichte aus der fesselnden Sicht einer unmittelbar Betroffenen vermittelt. Der Film, den Frankreich zu Recht in das Oscar-Rennen um den besten nicht-englischsprachigen Film schickt, ergänzt Satrapis reduzierten Zeichenstil mit surreal anmutenden Bildkompositionen. Ein faszinierendes Lehrstück über den Wert der Freiheit – und ein Meisterwerk der Animationskunst.

Herkunftsland/Ort: 
FRANKREICH, USA
Erscheinungsjahr: 
2007
Laufzeit: 
95min
FSK: 
Regie: 
Marjene Satrapi